Chemnitzer Viadukt
Erhaltungskunst als Symbiose aus Alt und Neu




Das Chemnitzer Viadukt ist ein wichtiges Ingenieurbauwerk des frühen 20. Jahrhunderts und Teil der Sachsen-Franken-Magistrale. Mit seiner grundlegenden Instandsetzung und Ertüchtigung wurde ein technisch und kulturell bedeutendes Denkmal für den Bahnbetrieb bewahrt. Ziel war der Weiterbau im Bestand: Historische Tragstrukturen, Lagerungen und Proportionen blieben weitgehend erhalten, während der eigentliche Fahrweg mit moderner Stahl-Beton-Verbundbauweise erneuert wurde.
Die beiden äußeren Überbauten übernehmen heute Service- und Rettungsfunktionen, wodurch Eingriffe in das Erscheinungsbild minimiert werden konnten. Verstärkungen an Bögen, Stützen und Lagern erfolgten so, dass sie konstruktiv wirksam, visuell jedoch zurückhaltend bleiben. Der enge Abstimmungsprozess zwischen Ingenieurwesen, Denkmalschutz und Stadt zeigt exemplarisch, wie technische Erfordernisse, Nachhaltigkeit und baukulturelle Verantwortung zu einer gestalterischen und funktionalen Einheit geführt werden können.
Chemnitzer Viadukt
Chemnitz
1901–1909; Ertüchtigung 2022–2024
DB InfraGO AG
KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH (Objekt- und Tragwerksplanung)
OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG (Projektsteuerung)
Schüßler-Plan (Projektsteuerung)
Ingenieurbaukunst 2026