Jahrbuch 2026
Florian Foerster

Schwungvolle Eleganz

Engawa-Dach für das Centro de Arte Moderna Gulbenkian in Lissabon

Centro de Arte Moderna Gulbenkian, Lissabon – Kengo Kuma
Centro de Arte Moderna Gulbenkian
Stützen-Sketch
Anschlussdetail
Hybride Unterkonstruktion aus Holz- und Stahlelementen

Das Engawa-Dach ist zentrales neues Element der Umgestaltung des Centro de Arte Moderna Gulbenkian in Lissabon. Der rund 100 Meter lange, freistehende Dachkörper folgt dem japanischen Engawa-Prinzip eines eigenständigen räumlichen Zwischenraums, der Innen und Außen sinnlich verbindet. Mit reduzierter, skulpturaler Form vermittelt das Dach zwischen dem Bestandsbau und dem neu gestalteten Park.

Zwei gekrümmte, zueinander versetzte Dachflächen lagern auf schlanken V-Stützen, die als frei pendelnde Druckstützen ausgebildet sind. Die Konstruktion verzichtet auf sichtbare Auskreuzungen und Rahmen. Ursprünglich als Holzkonstruktion geplant, führte der kostenbedingte Wechsel während der Ausführungsplanung zu einer kurzfristigen Umplanung der Dachträger zu Stahl und der Notwendigkeit für innovative, gleitende Anschlussdetails, um die Temperaturverformungen aufnehmen zu können.

Eine hybride Unterkonstruktion, eine keramische Deckschicht und eine hölzerne Untersicht verbinden Ingenieurbaukunst, Nachhaltigkeit und kulturelle Referenzen zu einem architektonischen Gesamtelement.

Objekt

Engawa-Dach – CAM Centro de Arte Moderna Gulbenkian

Standort

Lissabon, Portugal

Bauzeit

2023–2024

Bauherr

Fundação Calouste Gulbenkian

Ingenieure + Architekten

Tragwerk: Buro Happold (LPH 2–3); Quadrante (LPH 4–8); Architektur: Kengo Kuma Associate Architects (KKAA); OODA – Oporto Office for Design and Architecture; Landschaftsarchitektur: Vladimir Djurovic Landscape Architecture

Auszeichnungen

Ingenieurbaukunst 2026