Jahrbuch 2026
Lukas Muth, Henning Klattenhoff, Dirk Scharmer

Stroh, Lehm und Holz in Gebäudeklasse 4

Mehrfamilienwohnanlage „querbeet" in Lüneburg

Außenansicht
Stahlbetonkern, Holzbau mit tragenden Stützen, Unterzügen und Trennwänden sowie nichttragenden Außenwänden
Strohoberfläche innen vor dem Verputzen mit Lehm
Konstruktion der Gebäudehülle
Tragstruktur als Holzskelett

Die Wohnanlage querbeet in Lüneburg zeigt, wie nachhaltiger Geschosswohnungsbau in Gebäudeklasse 4 möglich ist. Zwei viergeschossige Baukörper wurden auf einer gemeinsamen Tiefgarage als Holzskelettbauten errichtet. Brettschichtholzstützen und -balken, Brettsperrholzdecken sowie aussteifende Stahlbetonkerne übernehmen Tragwerk und Brandschutz. Die nichttragenden Außenwände sind mit Stroh gedämmt und innen mit Lehm, außen mit Kalk verputzt.

Ein integraler Planungsansatz machte den Einsatz dieser Naturbaustoffe im urbanen Kontext genehmigungsfähig. Bauherrin ist eine Baugemeinschaft, die das Projekt gemeinschaftlich entwickelte und umsetzte. Neben der ökologischen Konstruktion prägen gemeinschaftliche Räume, ein hoforientiertes Wohnkonzept und ein reduziertes Mobilitätsverständnis das Ensemble.

querbeet steht für eine Baukultur, die ökologische Verantwortung, soziale Prozesse und architektonische Klarheit verbindet. Es dient als realisiertes Modellprojekt für zukunftsfähiges Bauen.

Objekt

Neue Wohnanlage der Baugruppe querbeet

Standort

Lüneburg

Bauzeit

09/2021–01/2024

Bauherr

Baugemeinschaft querbeet GbR

Ingenieure + Architekten

Tragwerk: Assmann Beraten + Planen GmbH; Architektur: deltagrün Architektur GmbH

Auszeichnungen

Ingenieurbaukunst 2026