Computational und Parametric Design. Chancen und Herausforderungen für die Tragwerksplanung

Annette Bögle, HafenCity Universität Hamburg (Foto: HCU Hamburg), Klaus Bollinger, Bollinger + Grohmann Ingenieure (Foto: Wilfried Dechau)

Der gemeinsame Vortrag von Annette Bögle (HCU Hamburg) und Klaus Bollinger (Bollinger + Grohmann Ingenieure) beim Symposium Ingenieurbaukunst – Design for Construction befasst sich mit der Anwendung des Computational und Parametric Designs in der Ingenieurpraxis und der Notwendigkeit, diese Arbeitsweisen in der Ingenieurausbildung zukünftig stärker hervorzuheben. Für das Jahrbuch Ingenieurbaukunst 2020 haben beide zusammen mit Adam Orlinski, Moritz Heimrath und Clemens Preisinger (alle Bollinger + Grohmann Ingenieure) einen entsprechenden Beitrag zum Computational und Parametric Design verfasst.

Anhand aktueller Beispiele aus Praxis, Forschung und Lehre wird gezeigt, wie komplexe Planungsmethoden zur Entwicklung von neuartigen Typologien und neuen Formen von Tragwerken beitragen können, ohne die gestalterische Freiheit der Architekten und Ingenieure damit einzuschränken. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf der Frage, wie sich angesichts der rasanten digitalen Entwicklung die klassischen Arbeitsprozesse sowie die Zusammenarbeit einzelner Technologien und Disziplinen verändern werden bzw. welche Chancen dieser Wandel für die zukünftigen Herausforderungen an das Bauen birgt.

Annette Bögle, geb. 1968; 1988–1994 Bauingenieurstudium Universität Stuttgart; 1994–1995 Tragwerksplanerin, Boll und Partner, Stuttgart; 1995–2001 wissenschaftlicher Mitarbeiterin Universität Stuttgart; 1997–2004 Lehrbeauftragte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart; 2004 Promotion an der Universität Stuttgart; 2004–2011 wissenschaftliche Assistentin an der Technischen Universität Berlin; seit 2011 Professorin für Entwurf und Analyse an der HafenCity Universität Hamburg.

Klaus Bollinger, geb. 1952; 1979 Dipl.-Ing. Technische Hochschule Darmstadt; 1984 Promotion am Lehrstuhl für Tragkonstruktionen der Universität Dortmund; 1989 Gründung des Büros Bollinger + Grohmann Ingenieure; seit 1994 Professor für Tragwerkskonstruktion am Fachbereich Architektur an der Universität für angewandte Kunst Wien, seit 1999 Vorstand des Instituts.

Stützengenerierung, Generation 2300 – Formfindung mittels genetischen Algorithmus: Durch Drehwinkel-Parameter wird die Stützengeometrie parametrisch angesteuert und das Tragwerk auf Verformung evaluiert. Ein genetischer Algorithmus tastet sich über mehrere hunderte Iterationen zu einer Stellung mit kleinstmöglicher Verformung. (Grafik: Bollinger + Grohmann Ingenieure)
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